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Rückschau

24. Juni 2017 - Herne, Literaturhaus in der Alten Druckerei

Herne, wir kommen immer wieder gerne. In diesem Haus ist die Kultur und die Wertschätzung für alles Schöne und Ästhetische zu Hause. Die Menschen sind es gewohnt zu lauschen, beinahe schon andächtig und mit Bewunderung. So beginnen wir diesen Abend, bereits zum dritten Mal, in dieser schönen Fabrikhalle im Hinterhof, umgeben von Erlesenem und sorgfältig Ausgesuchtem. Da passt selbst der handgemachte Johannisbeeren-Baisékuchen vor Beginn. Ein wenig locken wollen wir das Publikum zum Beschwingt- und Ausgelassensein. Vor ausverkauftem Haus gelingt dies zunehmend. Bravo-Rufe mischen sich schon zu Beginn des zweiten Sets in den Applaus und zum Schluss gibt es kein Halten mehr. Bei so viel frenetischem Überschwang macht das Musizieren auch in schwüler Luft Freude. Wir geben gerne und alles.

 

02. Juni 2017 - Dortmund, Haus Schulte-Witten

Solch einen Saal hat man in Dortmund noch nicht gesehen. Überrascht und gebannt stehen wir in diesem Kleinod eines vom Jugenstil geprägten Stadtpalais mitten im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. Hier, nicht unweit von sozialen Brennpunkten und radikalen politischen Bevölkerungsgruppen soll es so etwas geben, wir können es kaum glauben. Im blauen Salon, unter einem Stuckgewölbe, umrahmt von Blicken in einen idylischen Park und blauen Fliesen aus dem Orient stehen wir der passionierten Verantwortlichen gegenüber, die uns und noch viele andere künstlerische Kostbarkeiten hier hin holt. Wir fliegen durch den Soundcheck, genießen die liebevolle Betreuung hinter der Bühne und lassen uns selbst durch einen gebrochenen Arm im Gips nicht an unserer Mission hindern:  französische Luft in diesen Frühsommerabend und nach Dorstfeld tragen. Das Publikum genießt und geht ab wie Schmidts Katze. Wir können nur begeistert und mit Bewunderung von diesem Ort und seinen Machern erzählen. Paris und Dorstfeld - en Marche!

 

14. Oktober 2016 - Zürich Seebach (Schweiz)

Unsere kleine Schweiztournee neigt sich heute dem Ende zu: Ein Vorbereitungskonzert in Deutschland mit einbegriffen - sechs Konzerte in acht Tagen! Eine stramme Leistung.  Von Bettenwechseln wegen schnarchenden Gästen oder harten Unterlagen, Medikamenteneinnahme wegen beginnender Bronchitis, fehlender Parkplätze wegen regider schweizer Verkehrspolitik und verschärften Preisen beim Einkaufen alltäglicher Konsumgüter gar nicht zu sprechen. Wir waren froh, hier zu sein. Nach einem kurzen Ausflug nach Zürich, dem Besteigen des Großmünsters und dem andächtigen Staunen vor den Schaufenstern der Bahnhofstraße sind wir bei Tag 8 angekommen. Wir sind zu Gast in einer reformierten Kirchgemeinde, der Saal hat schon unterschiedliche Zeiten gesehen. Aber das lebendige Publikum und die große Herzlichkeit der Gastgeber machen alles wieder wett. So sitzen wir vor und nach dem Konzert an der langen Tafel im Pfarrhaus - bei delikater Kürbissuppe und selbst gebackenem Brot. Ausnahmsweise stehen wir zum Schluss mit drei Schulfreunden aus alter Gymnasiumszeit zusammen auf der Bühne. Sie haben uns bei der Organisation der Reise viel geholfen. "Bonsoir mes amis" stimmt  für einen Augenblick traurig. Es sollte unbedingt ins Schweizerdeutsche übersetzt werden. Wir stimmen es noch einmal gemeinsam mit den Schweizer Freunden auf dieser Bühne an, bevor die Nacht ruft und die Autobahn zurück ins Tal der Ruhr...

 

12. Oktober 2016 - Alte Stuhlfabrik, Hersiau (Schweiz)

Wir sind im Appenzellerland. Das klingt nach Käse, würziger Luft und besonderen Menschen. Das ist auch so. Wir werden in einer alten, schmuckvoll eingerichteten kleinen Fabrik vom Hausherrn und dem Betreiber des Theaters herzlich in Empfang genommen. Philipp ist Schauspieler und Filmemacher, ein Mann und Macher. Er hat hier neu angepackt und will das Appenzellerland rocken. Wir lassen uns von der Atmosphäre des Hauses anstecken und genießen eine Führung durch das Haus. Der Besitzer betreibt über dem kleinen Saal eine Hackbrett-Manufaktur. Mit wachen Augen und verschmitzem Appenzeller Dialekt führt er uns in einer Appenzeller Stube eines seiner Instrumente vor. Beim Talerschwingen in Tongefäßen lässt er uns ungeahnte Töne hören und setzt auch noch mit einem Urjodel aus der Region ein. Wir stehen gebannt in dieser Runde, beschenkt und fasziniert von diesem Augenblick. Dann folgt ein Konzert vor kleinem, sehr konzentriertem Publikum. Ein alter lieber Schulfreund schaut noch vorbei, die Ehefrau des Gastgebers gibt uns Herisauer Käse, gute Wünsche und herzliche Empfehlungen mit in die Nacht. So sind sie hier, die Menschen...

 

 

10. Oktober 2016 - Fürstäbtlicher Hof, Wil (Schweiz)

Und es geht weiter. Heute ist ein besonderer Tag. Ein Musiker ist hier aufgewachsen. Wir sind nachmittags zu Familienkaffee und schweizer Spezialitäten eingeladen. Die Berge zeigen sich zwar auch heute nicht im Panoramafenster. Man kann sie nur erahnen und sich vorstellen, wie schön es hier sein könnte. Auf dem kleinen Terassenplatz neben der Grundschule in der Altstadt auf dem Berg kann man normalerweise bis zu den Drei- und Viertausendern sehen - welch ein Platz also für kleine I-Männchen. Wir staunen vor der Schautafel und schlendern einmal durch die idyllischen Gassen. Dann allerdings ruft schon der nächste Soundcheck im tiefen Keller des Jagdschlosses. Handverlesen sind die Gäste. Gloria, die nette Dame von der St. Galler Agentur, die uns betreut, lässt es sich nicht nehmen, beim Einrichten mit Hand anzulegen. Das ist wirklich ein Familienkonzert. Schweizer können sehr zurückhaltend sein und es ist wahrscheinlich nicht immer leicht mit den vielen Gefühlen aus der Welt des Chansons. Deshalb gehört der neue Titel, "Parlez-moi d´amour", den wir auf unsere eigene Weise hier zum ersten Mal aufführen, gerade hier hin. Wir wagen es, würden es wieder tun, und werden mit freundlichem Applaus belohnt.

 

09. Oktober 2016 - Theater 111, St. Gallen (Schweiz)

Tag 2 unserer Schweiztournee. Wir tüfteln morgens noch ein wenig an zwei neuen Liedern, die wir extra mit in die Schweiz gebracht haben. Ansonsten schlafen wir selbst tagsüber noch eine Runde - die lange Fahrt und der ausgedehnte Abend in Sargans liegen uns noch in den Knochen. St. Gallen mit all seinen Sehenswürdigkeiten sieht uns heute noch nicht. Und die Ostschweiz macht ihrem Ruf als Regenland alle Ehre. Kalt und nass ist der Empfang in der Stadt zwischen Bodensee und Appenzellerland. Das kleine Theater, ein ehemaliges Programmkino, ist auf Initiative mehrerer Schauspieler entstanden und begeistert uns sofort mit seiner liebevollen Einrichtung und der fantastischen Akkustik. Wir genießen diese Bühne geradezu. Eine kleine Schrecksekunde gibt es, als dem Sänger an einer Lieblingsstelle kurz die Stimme wegbricht. Nicht nur Leidenschaft und Freude sind notwendig für solch eine Tour. Das haben wir schon gemerkt: Es gilt auch die Kräfte einzuteilen, um gut durchzukommen. Die St. Galler sind zwar nicht die temperamentvollsten Schweizer, aber ihre Begeisterung lassen auch sie uns spüren. Und Natalie, die Schauspielerin, die uns abends in Empfang genommen und betreut hat, steht für uns sichtbar schon den ganzen Abend im Halbdunkel neben der Treppe und tanzt und tanzt...

 

08. Oktober 2016 - Jazzkeller, Sargans (Schweiz)

So, wir sind angekommen. Über 700 Kilometer Autobahn, Staus und genervte Freitagnachmittagsfahrer liegen hinter uns. Hier ticken die Uhren anders. Das haben wir schon morgens beim Bummel durch die Altstadt von Winterthur festgestellt. Wir haben dort unser Quartier eingerichtet und uns erstaunt die Augen gerieben: Hier in der Schweiz sind die Menschen scheinbar etwas entspannter. Irgendwie gechillt. Kein Vergleich mit einem Marktplatz in Dortmund, Bochum oder Düsseldorf. Man könnte es auch betulich oder gar andächtig nennen. Wir stärken uns kurz und dann machen wir uns auf den Weg nach Sargans, einem kleinen Örtchen hinter Zürich- und Walensee, vorbei an beieindruckenden Bergwänden. Das Wetter ist kalt und grau, nicht gerade einladend. Ganz anders dann Pascal, der Pächter des kleinen schnuckeligen Jazzclubs mitten in der pittoresken Altstadt unter der Burg. Zeichnungen unterschiedlichster Künstler, Autogramme und Sprüche verzieren die Wände in dem alten Haus. Das Publikum ist jung, offen und schnell begeistert. Was da aus Deutschland rüberkommt, erreicht sie schnell. Wir freuen uns über den gelungenen Auftakt und unterhalten uns zu später Stunde noch bei Käseplatte und Wein. "Ich kann Euch nicht viel in den Hut legen", sagt ein junger Kerl beim Gehen; "ich könnte Euch etwas Gras geben, wenn ihr wollt. Das ist alles, was ich dabei habe". Solch ein Kompliment - und das hier! Die Schweiz - ein Wunderland!

 

09. April 2016 - Kulturhaus Zach, Hückeswagen

Ja, wir waren in Hückeswagen. Nein, nicht in Wipperfürth. Hückeswagen, Hückeswagen! Wir wiederholen es und sagen es gerne: ein schöner beschaulicher Ort mitten im bergischen Land mit einem kleinen, aber feinen Kulturhaus. Die Eingangshalle mit der geschwungenen Treppe aus der Zeit kurz nach dem Jugenstil verschweigt nicht, dass hier an dieser Stelle mal eine Kaufhaus stand, dass die Menschen aus der Gegend zum Verweilen und Kaufen einlud. Heute Abend aber ist es die französische Kultur, die Liebhaber und Stammgäste anlockt. Sie kamen gerne und folgten konzentriert unserer Klangreise. An einzelnen Stellen hätte man beinahe eine Stecknadel fallen hören oder die Gänsehaut Einzelner  mit Händen fassen können. Selbst die Kinder hielten lange aus - der freundliche Mann an der Garderobe stellte fest, dass wir selbst noch eine dritte Stunde hätten einfach weitermachen können. Das freut uns natürlich in unserem tiefsten französischen äh..... Ruhrgebietsherzen. Wir nehmen den Abend mit als zutiefst intim und verbunden. 2017 sind wir wieder da - ausgemacht!

 

20. Februar 2016 - Hülsmann Brauerei, Herne

Wenn wir ehrlich sind, dann waren wir ja gar nicht in Herne. In Eickel waren wir und wer hätte das gedacht: Um einen kleinen schmucken Kirchturm scharen sich kleine Altstadthäuser, eine Confiserie mit leckerem Süßkram und eine alte Brauerei mit ihren wuchtigen Mauern. Der Inhaber führt uns in ein Tiefparterre. Tonnenschwere Metallbehälter hängen von der Decke zwischen den Kellersäulen und hallen dumpf nach, wenn wir sprechen und erste Töne losschicken. Hier ließ es es sich bestimmt herrlich trinken, denken wir und machen uns an dern Aufbau. Kurz vor acht, und endlich komplett, beginnen wir unser Klangvergnügen. Der Raum ist proppevoll. Die Eickeler sind frankophil. Sie beherrschen Sprache und Gesangskunst. Zum Kanon mit dem franzöischen Bruder Jakob sind sie schnell bereit. Am Schluss strecken sich mal wieder viele Hände in den Brauhimmel und wollen noch einen Zuschlag... Aber gerne doch, liebe Eickeler....

 

08. November 2015 - Werkhof Hagen-Hohenlimburg

So ein schönes Theater! Wir biegen mit unserem Auto in die Einfahrt einer ehemaligen Bierbrauerei am Fuß des örtlichen Schlosses und betreten gebannt ein lebendiges altes Gebäude. Im Keller lassen wir in wenigen Stunden unsere französisch-mediterranen Töne fliegen; er erinnert mit seinem schwarz gestrichenen und erleuchteten Gemäuer an das Mainzer Unterhaus. Hier lässt sich wohl gut Theater machen und Kultur pflegen. Ebenso luxuriös ist unsere Künstlergarderobe: ein großzügiger Gewölberaum mit Sofalandschaft und bereit stehenden Köstlichkeiten für die Musiker. Der Empfang ist also vielversprechend, die Resonanz des Publikums allerdings weniger. Etwas "hemdsärmelig" war die Werbung und vor allem spät. Das hat Folgen: Nur ein gutes Dutzend Zuhörer sind da. Und ganz nach dem alten Musikermotto: "Wenn mehr Zuhörer da sind, als oben auf der Bühne Musiker stehen, dann wird gespielt" spielen wir unbekümmert auf. Das erlesene Publikum weiß es zu schätzen und genießt in vollen Zügen. Der Manager des Hauses ist angetan und wünscht sich eine Wiederholung des Konzertes.....mit etwas mehr Gästen und ausführlicher Werbung, wie er sagt.  An uns soll es nicht liegen....

 

17. Oktober 2015 - Café Feines, Dortmund

 

 

04. September 2015 - Fritz Henßler Haus Dortmund

Heimspiel. Wir sind zuhause, in unserer eigenen Stadt und freuen uns "wie Bolle". Denn hier, im Fritz-Henßler-Haus mit seinem schönen, feinsinnig renovierten Café wollten wir schon seit langer Zeit einmal spielen und unsere Musik auftischen. Ein überschaubarer Raum mit einer zur Stadt hin einladenden langen Fensterfront, Säulen und Mosaiken aus den späten Fünfzigern, vorsichtig ergänzt durch edles Licht und eine umsichtig platzierte Bühne in Mitten der Stirnwand. All das lädt uns ein, als Musiker anzukommen und dazusein. Sebastian, ein schlanker sympathischer Kerl am Mischpult, der weiß, worauf es ankommt, unterstützt uns aufmerksam nicht nur beim Soundcheck. Zwischendrin, als dem Funkmikro des Sängers mal die Puste ausgeht, schleicht er sich vorsichtig an den Bühnenrand und legt ruhig ein paar Batterien auf die Bühne. Herzlichen Dank für all das - wir sind in Spiellaune und haben das Publikum an den kleinen Tischchen schnell auf unserer Seite. Die Atmsophäre ist nicht überschäumend, aber sehr konzentriert. "Wie schön, dass Ihr uns für ein paar Stunden eine Auszeit gegönnt habt. Es war  ein wenig wie Ferien", lacht der Nachbar in der ersten Reihe zu uns rüber und drückt seine Frau noch ein wenig fester im Arm, bevor er sich verabschiedet und in den dunklen Frühherbstabend verschwindet. 

 

 

 

29. August 2015 - La Fête in Hamm

Kritische Stimmen sagen ja, dass Hamm  ein wenig zu Ostwestfalen gehöre. Und dort seien die Menschen schon sehr bodenständig und ruhig. Aber stimmt das oder fließt in den Adern der Zuhörer doch auch ein klein wenig rheinisches Blut? Zumindest erfasste der Schunkelvirus  zum Schluss einen großen Teil des Publikums, als wir am späten Abend noch drei Zugaben mit französischer Seele servierten. Da kamen sie, die Hammer, und füllten den kleinen, offen gebliebenen Platz vor der Bühne mit dem schönen Namen "Da Vinci Bühne".

Welch eine Atmosphäre  herrschte da in dem von den Hammern so geliebten Künstlerviertel: die erwürdige Lutherkirche grenzte sich in Umrissen vor dem klaren Abendhimmel ab. Der Mond ließ sich zwischen den leicht schillernden Wolkenbändern blicken und der Platz schwelgte in einem der wohl letzten spätersommerlichen Abende. Genießt es, liebe Hammer, so wie wir! Und bleibt so stürmisch wie zum Schluss! Wir kommen  gerne wieder.

 

07. Mai 2015 - Zur Quelle, Dortmund

 

 

19. März 2015 - Alte Druckerei Herne

Nach unserem erfolgreichen Auftritt im Januar geben wir ein Zusatzkonzert - ja, soweit sind wir schon; das Wort klingt gut ! - in der Alten Druckerei. Wir kommen gerne hierhin zurück. Bei der liebvollen Betreuung durch das gesamte Team und dem wunderbaren Ambiente fällt das Musikmachen doppelt so leicht. Das Publikum kommt wieder in Scharen, nimmt auf den stilvollen Stühlen platz und läßt sich entführen in die frankophile Welt. Zwar wirkt das eine oder andere Gesicht bis zum Schluss sehr ernst - es soll ein Volkshochschulkurs mit einer ganzen Klasse anwesend gewesen sein - aber der frenetische Applaus zum Schluss macht klar: Das war eine zweite Punktlandung. Und dass das Publikum auch aktiv und engagiert eingreifen kann, zeigt es nicht nur beim klassischen Lied von Ariane Brunet zum Mitpfeiffen: Gemeinsam singen wir zum ersten Mal mit Zuhörern spontan "Frère Jacques". Da läßt sich Schlagzeuger Michael  aus Freude glatt auf eine eigenwillige Version in "Schwyzerdütsch" ein. Also wieder ein schwungvoller atmosphärischer Abend. Und das kleine, überraschend gezauberte Mitternachtsessen aus Ciabatta, Broten und feinem Schinken der Hausherrin bleibt uns Gourmets von Brüno sowieso in guter Erinnerung. Danke!

 

 

08. Februar 2015 - Kulturkneipe "Le Midi" / Münster

Na also! Dass die Westfalen mit Lust und Temperament bei der Sache sein können, das zeigen sie nicht nur beim sprichwörtlich karnevalistischen Frohsinn in dieser Jahreszeit. Auch das Publikum im "Le Midi" ist bestens aufgelegt und zeigt uns an diesem Abend schnell, dass es ganz wach und hinreißend ist. Gemeinsam überspielen wir kleinere und größere technische Pannen, schauen gebannt auf wackelnde Requisiten im Interieur oder schmunzeln über das verschwundene Wasser aus dem singenden Wasserglas. Hier findet sich wirklich ein frankophiles Publikum, dass sich gerne auf eine Reise in den französischen Kosmos mitnehmen läßt und so steigen schnell Temperatur und Laune im liebevoll ausgestatteten, Wohnzimmer ähnlichen Bühnenraum. In der Pause gibt es frischen Flammkuchen von Eddi und westfälisches Bier, bevor im zweiten Teil das Publikum zunehmend frenetisch wird. Allerdings mahnt irgendwann die große, stilechte französische Bahnhofsuhr zum Aufbrechen. Münster im Sturm - wir kommen wieder!

 

29. Januar 2015 - Alte Druckerei/ Herne

So ein schöner Ort! Mit viel Freude und Aufregung betreten wir diesen Raum: Die alte Druckerei in Herne ist  stilvoll und wirklich künstlerisch. Hier finden Themenabende in Kooperation mit dem Kulturkanal Arte statt. Die Bühne ist passend blau-weiß-rot ausgeleuchetet, auf den zahllosen Sesseln liegen für jeden die Themenhefte bereit. Hier findet seit Jahren mit Passion und Herzblut vorbereitete Kunst statt. Das Herz sofort erwärmt, die Kehle unseres Sängers allerdings schlimm erkältet, legen wir los. Ausgerechnet heute hat es ihn und seine Stimme erwischt. Doch das enthusiastische Publikum, die freundliche Ansage der Hausherrin, das Mitfühlen und Engagement aller Musiker - ach ja,  und jede Menge Salbeitee ! - tragen über den Abend. Mit dem Applaus begeisterter Zuhörer und dem Wunsch aller, wir mögen bald wiederkommen, verlassen wir spät und erleichtert den Saal.

 

14. November 2014  - Café Lichtung/ Köln

Ein besonderer Tag für uns: Brüno ist in Köln angekommen! Ein lauschiger Club erwartet uns und zwei musikbegeisterte Inhaber noch dazu. Und auch wenn wir gleich zu Beginn mit mehreren Hinweisen konfrontiert werden - bitte nicht zu laut spielen, bitte genau vor dem roten Vorhang, bitte möglichst ohne Trommel wegen der Nachbarn - so ist doch die Betreuung und der hauseigene Soundcheck vorbildlich. Wir fühlen uns gut aufgehoben und legen einen schönen Auftritt hin - zwei neue, und wie immer frisch interpretierte Stücke inklusive. Das Publikum sitzt uns schon fast auf den Füßen. In der ersten Reihe auf dem Sofa sind die Logenplätze. Nach zwei Stunden und mehreren Zugaben verabschieden wir uns. Ein kurzer Besuch in den Katakomben des Hauses, in denen später noch Standup-Comedy gegeben wird und die Versorgung unserer leerer Mägen mit einem "Severins-Platz-Döner" machen den Abend komplett. Der Club-Eigentümer rennt unserem "Tourbus" noch kurz hinterher und bestätigt, was wir schon gewusst und gespürt haben: Der Abend hat allen Beteiligten Spaß und Freude gemacht. "Kommt gerne und bald wieder!"

 

26. September 2014 - Kunstcafé Feines, Dortmund

Es gibt Orte, mit denen eine besondere Atmosphäre verbunden ist. Das Café Feines im Dortmunder Stadtteil Hombruch ist bestimmt solch ein Ort. Wir wissen das und kommen deshalb in diesem Jahr  zu einem zweiten Auftritt hierhin zurück. Es bestätigt sich abermals: Zwischen feinen Speisen, Kunsthandwerk und auserlesener Malerei an den Wänden fühlen wir uns gut aufgehoben. Das Publikum dankt es : Es steht schon  einige Zeit vor dem offiziellen Termin vor der Türe Schlange. Wir freuen uns und geben alles. Wir gehen mit dem guten Gefühl nach Hause, dass sich Routine und gute Präsenz auf der Bühne nicht ausschließen müssen. Im Oktober machen wir uns gut gelaunt an ein neues, zweites Programm. Wäre nicht dies ein geeigneter Ort, um jeweils ein neues Repertoir auszuprobieren... ?

 

11. September 2014 - Kulturzentrum Grend, Essen

Brüno macht Station in Essen. Das Kulturzentrum Grend ist bekannt für anpruchvolles Theater und gute Musik. Das letzte Konzert liegt erst Tage zurück; inzwischen sind wir routinierter und werden auch mit der etwas kniffligen Akkustik im verglasten Wintergarten fertig. Anstrengend bleibt es trotzdem. Das Publikum ist zahlreich erschienen - auch wenn das Konzert mitten in der Woche stattfindet. Eine Geburtstagsgesellschaft hat sich darüber hinaus angekündigt und erhält dann ein umgewidmetes Lied. Das Geburtstagskind lauscht andächtig und gerührt. Wer hat denn schon mal zum Geburtstag ein von Edith Piaf getextetes französisches Chanson erhalten?

 

07. September 2014 - Kulturpicknick Dortmund

Heimspiele haben immer etwas Besonderes. Dies gilt auch dieses Mal: Wir bereiten dem Publikum des Dortmunder Nordmarktes ein kulturelles Picknick und die Zuhörer sind keine Kostverächter. Schnell hat die Stimmung der französischen Lieder die Menschen erfasst. Sie genießen unter weißen Zelten den musikalischen Gastbeitrag aus dem Nachbarland. Hier stellt die fremde Sprache wahrlich kein Problem dar. Liebevoll eingerichtet sind die Tische mitten auf dem Platz.  Bratwürste liegen auf dem Grill bereit, Blumen stehen auf den Tischen, Kinder spielen unkompliziert. Die Atmosphäre ist menschlich, freundlich und vergnügt. Dem Spätsommer und den Vertretern des Quartiersmanagements sei Dank. Wir freuen uns über den netten Tontechniker in seinem wunderbaren antiquierten Wohnwagen-Gespann aus den Sechzigern, das engagierte ungewöhnliche Publikum und natürlich auch über einen  fantastischen Gastmusiker in unseren Reihen. So kann es gerne weitergehen.

 

10. Mai 2014 - Europatag, Rathaus Düsseldorf

haben sich das auch die vielen schwarzen Wolken und der lausig kalte Wind gedacht, die mit uns pünktlich eingetroffen sind. Der Himmel lacht in Stömen und nur wenige tapfere Düsseldorfer haben sich bis vor die Bühne und zwischen die vielen kleinen Zelte der Länderpavillions gewagt. Bei solchen Bedingungen ist Professionalität gefragt! Wir stehen also unseren Mann, geben auf der Bühne alles und bewegen sogar zwei, drei charmante Rheinländerinnen zwischen den Pfützen zum Schunkeln und Walzer Tanzen. Wer hätte das gedacht? Hinter der Bühne, im gediegenen Rathaus-Foyer, treffen wir auf Gleichgesinnte: Mit netten Gesprächen, Kommentaren von schlitzohrigen Dixieland-Spielern aus Belgien und den Darbietungen eines feurigen Flamencopaares aus Spanien werden wir zum Abschluss belohnt.

 

14. Februar 2014 - Kunstcafé Feines, Dortmund

Es ist Valentinstag und eine besondere Verabredung führt uns ins Feines: Wir sollen mit unserer Musik neben den kulinarischen Genüssen des Hauses passend zum Termin einen musikalischen Akzent setzen. Das Publikum wartet um 19 Uhr schon ungeduldig in einer Schlange vor dem Eingang. Während wir im Kellerbüro des Restaurants auf unseren Auftritt warten, klimpern vergnügt die Gläser und das Besteck zum Valentins-Menu. Wir nehmen das Publikum zur Nachspeise gerne mit, schnell ist eine völlige Aufmerksamkeit zu spüren. Die Begeisterung schlägt auf uns Musiker  über: Wir wagen auf der Bühne neue Gesten und neue Töne. Der Abend wird zu einem wahren Lauf durch die französische Kultur und setzt Maßstäbe. Wir sind nach zwei Stunden zwar erschöpft, aber überglücklich. Hierhin kommen wir gerne zurück. 

 

 

17. Januar 2014 - Lichtburg, Essen

Eine unverhoffte Anfrage führt uns in die Lichtburg nach Essen. Eine Bar im Stil der Sechziger erwartet uns. Wir sind hingerissen von der Einrichtung, und es wäre alles wunderbar, wenn nicht unseren Sänger genau an diesem Tag ein ausgewachsener grippaler Infekt heimgesucht hätte. Ein wahre Punktlandung. Keine Chance mehr, einen Arzt aufzusuchen und die Sache etwas abzumildern. In den Stunden vorher schwebt immer wieder die Frage einer Absage über dem Raum. Wir riskieren alles, informieren das Publikum und bedanken uns in Moderationstexten augenzwinkernd  bei der deutschen Pharmaindustrie für ihre segensreichen Erfindungen. Am Ende des Abends liegt eine wichtige Erfahrung hinter uns: Durchkommen ist möglich. Selbst in solch einer schwierigen Situation. Mit Mut und dem Vertrauen darauf, dass unsere Lieder selbst über einen total verkratzten Hals hinaustragen...

 

 

01. September 2013 - Künstlerzeche "Unser Fritz", Herne

Ein Tag später und das erste Mal umsonst und draußen. Auftrittsort ist eine alte Zeche, zur Künstlerzeche umgestaltet. Der Rahmen stimmt. Wir fühlen uns sehr wohl. Unter einem kleinen Bühnnhimmel vor dem Biergarten bläst  uns ein Spätsommerwind um die Ohren. Die Technik-Crew wird vom Haus gestellt und weiß, was sie tut. Wir genießen das und greifen beherzt in die Saiten. Wir haben Zeit, erstmals unser ganzes Repertoir auszuspielen, suchen nach einer abwechslungsreichen Reihenfolge und prägnanten Moderationsübergängen. Das Publikum dankt es uns. Nach diesem Auftritt lassen sich in der Zuhörerschaft bereits Wiederholungstäter feststellen. Das freut uns. Bei einem sättigenden Grill-Teller am Rande des Rhein-Herne-Kanals lassen wir den Tag ausklingen.

 

30. August 2013 - "la Fête" in Hamm

Zwei Monate später und wieder in Hamm. Das Lutherstraßen-Viertel ist in Aufruhr. Das traditionelle Frankreich-Fest findet statt. Der Himmel ist kräftig bewölkt, die Leute emsig mit Vorbereitungen beschäftigt, als wir eintreffen. Unser Auftrittsort befindet sich in einem Atelierhaus. Stolz zeigt uns die Besitzerin ihr Haus, zwischen viel Kunst legen wir los. Die Anzahl der Besucher hält sich in Grenzen, nicht aber ihre Begeisterung. Im Durchgang zum Vorplatz genießen zwei Paare die Atmosphäre und tanzen spontan zu einem Musette-Walzer. Das kommt gut und treibt auch unsere Stimmung höher. Später flanieren wir über die Marktstände vor der Kirche und der Hauptbühne. Bei Bier und Bratwurst knüpfen wir Kontakte. Eine Dame spricht uns an. Sie hat uns zufällig gehört und im Atelierhof entdeckt. Das ist ein Glücksfall, denn sie kommt von der deutsch-franzöischen Gesellschaft des Ortes und bietet uns einen nächsten Auftritt an.

 

30. Juni 2013 - "Kunstpelz" , Straßenmusikfestival in Hamm

Zweiter großer Auftritt. Nach einigen kleinen Gigs im Winter sind wir mit dabei, wenn in Hamm sich eine bunte Schar unterschiedlicher Straßenmusiker und freier Gruppen trifft. Der Auftrittsort ist ebenso ungewöhnlich wie die Zusammensetzung der Künstler. Mitten im Hammer Tierpark, zwischen Pinguinen und Renntiergehegen sollen wir es uns "bequem" machen, während die Besucher durch den Park schlendern und unterschiedlichen Musikstilen lauschen. Wir sind gespannt.  Morgens kämpfen wir noch mit einigen Widrigkeiten. Wir sammeln Auftrittserfahrungen auf einer dunklen und für eine gute Akkustik eher ungeeigneten Bühne. Wir beschließen, locker zu bleiben, den Tag als Gelegenheit zu nehmen, neue Stücke auszuprobieren. So ziehen wir am Nachmittag in den Löwenkäfig um. Welche Musiker durften schon einmal in einem Löwengehege spielen? Und auch wenn wir ziemlich froh sind, dass der letzte Löwe des Tierparks vor Jahren das Zeitliche gesegnet hat, so nimmt uns doch der Charme des Ortes mit: Die Aufführung fügt sich zu einer runden Sache. Und dass wir neben einem Hörgenuss auch zu einem besonders beliebten Fotomotiv hinter dem Maschenzaun werden, das versteht sich fast von alleine...

 

19. Juni 2012 - Kreuzviertelnacht

Wir treten zum ersten Mal auf. Etwas mehr als acht Monate sind vergangen und jetzt stehen wir hier: auf einem Platz mitten im Dortmunder Vorzeige-Kneipen-Viertel. Ein lauer Sommerabend verwöhnt die Besucher der legendären "Kreuzviertel-Nacht". Etwa 200 Besucher stehen vor einem angesagten Designer-Laden zwischen Liebig- und Schillingstraße. Wir sind gut präpariert. Zweimal sollen wir auftreten. Nebenan, im Haus, wohnt unser Sänger. In seiner Küche warten Getränke und frisch gemachte Schnittchen. Für die Pause und zum Mutmachen. Vor uns spielt eine Cover-Band mit bekannten Popsongs. Die Menschen hören wenig zu, stehen mit Bier und alkoholischen Getränken mitten auf dem Platz und unterhalten sich. Ob das gut gehen wird? Dann kommen wir. Und siehe da: Nach kurzer Zeit ändert sich die Atmosphäre. Immer noch Gemurmel und Klimpern von Gläsern, aber plötzlich drängeln sich erste Zuhörer vor der Band an der kleinen Hauswand. Paare bleiben stehen. Wir spüren die Aufmerksamkeit. Das erste Set verfliegt wie im Nu.  Die Menschen sind angetan, wir selber sehr zufrieden und glücklich. In den folgenden Tagen werden wir auf der Straße angesprochen. "Das war so herrlich beseelte Musik - wunderbar passend zu dem schönen Sommerabend".  Der Abend wird uns in Erinnerung bleiben. Einen Monat später kehren wir mit einem Fotografen  zurück und machen die ersten Fotos für unsere Plakate und die Demo-CDs. Just vor jenem Laden,bei dem "Brüno" aus der Taufe gehoben wurde.

 

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